Wochenende in Buenos Aires
Letztes Wochenende waren wir (Julia und ich) in Buenos Aires. Zusammenfassend kann glaube ich nur sagen: "Hammergeil" und "absolute Katastrophe" ;)
Um das ganze Ausmaß dieses Desasters komplett darzustellen, muss ich leider schon ein bisschen vorher anfangen: Am Donnerstag....
... trug es sich wie folgt zu:
Wie am Ende bei "Die ersten Tage an der Uni" beschrieben, bin ich am Donnerstag ja in eine neue Vorlesung für Informationswirtschaft gegangen, in der ich zuvor noch nie war. Nach der Stunde bin ich dann ganz brav zu dem Professor gegangen, um die da mal vorzustellen und zu fragen, ob es denn noch möglich wäre, dass ich in die Vorlesung komme. Der war superfreundlich und hat mir erklärt, dass ich selbstverständlich noch mitmachen könnte, dass er mir gerne hilft wo er kann, dass er sich auch mit meinem Professor in Deutschland in Verbindung setzt falls es nötig ist, dass die erste Tarea bis Sonntag abzugeben ist, dass... MOMENT!!!! STOP!!! WAS???? TAREA??? BIS SONNTAG????
Wir haben gerade Donnerstag, am nächsten Tag will ich bis Montag nach Buenos Aires fliegen und ich soll bis Sonntag eine Tarea abgeben????
Ich muss wohl sehr geschockt dreingeschaut haben, der Prof hat mich dann nämlich gleich beruhigt, dass es eine nur kleine ist, die ich locker in dem Zeitraum schaffe. Tja, wenn der wüsste....
Als ich dann nach der Uni heimgekommen bin, so ca. um 5 Uhr, habe ich mich dann gleich mal hingesetzt um mir die Unterlagen anzusehen, was ich denn da genau machen soll.
Das erste Hindernis: Ich habs einfach nicht geschafft mich in das System einzuloggen! Nachdem ich ungefähr bei jedem Telefonterror gemacht habe, von dem ich wusste dass er Ahnung davon haben könnte, habe ich endlich jemanden erreicht, der sich damit ein bisschen auskannte. Die tolle Auskunft war: "Einfach so oft probieren, bis Du reinkommst! Beim ersten Mal klappt das nie..." UND ES WAR TATSÄCHLICH SO!!! Was ist das denn für ein System? Nach dem 5. Einlog-Versuch überlegt sich das System mal in Ruhe, dass man ja doch relativ penetrant ist und man dann doch mal rein könnte???
Naja... Endlich hatte ich also meine Auskunft, was ich denn eigentlich überhaupt machen sollte. Doch das war ebenfalls ziemlich deprimierend: Über einen beliebigen Artikel einer chilenischen Zeitung zu einem bestimmten Thema soll man eine 2-seitige Abhandlung schreiben. Na, Halleluja... Jetzt durfte ich erstmal so einen Artikel suchen, und dann noch eine 2-seitige Abhandlung auf Spanisch schreiben... :(
Ich gebe zu, ich tat mir selber außerordentlich leid ;), aber es half bloß leider nichts.... Um halb 2 in der Nacht war ich dann endlich fertig damit. Packen und das alles hatte ich auf Freitag in der Früh verschoben. Da hatte ich einfach keinen Nerv mehr dafür.
Am Freitag morgen stand ich schon relativ früh auf, und hab mir nach dem anstrengenden Abend vorher erstmal ein schönes Frühstück gegönnt und bin dann duschen gegangen. Unser Flug sollte um 11:45 gehen, jedoch hatten wir noch keinen Flughafen-Transfer gebucht. Aus dem Grund habe ich dann um 8 bei einem Minibus-Unternehmen angerufen, damit wir so um halb 10 abgeholt werden. Nachdem mich die nette Dame unendlich viele Sachen gefragt hatte (Flug, Flugzeit, Fluggesellschaft und was weiß ich noch alles), hat sie mir eröffnet, dass sie uns dann um 9 abholen. WAS??? UM 9 ???? Zu dem Zeitpunkt war es gerade 8.10 Uhr, ich saß mit nassen Haaren auf meinem Bett, meine Sachen waren noch nicht gepackt, meine Tarea musste nochmal durchgelesen und dann abgeschickt werden und ich musste noch eine Viertelstunde zu Julia laufen!!! Ich wollte dann anfangen, über die Abfahrtszeit zu diskutieren und die nach hinten zu verschieben, aber die an der anderen Leitung blieb knallhart und fing an mir in vielen Worten zu erklären, dass es wg dem Verkehr ja unbedingt so früh sein muss und, und, und... Ich habs dann aufgegeben und das Gespräch schnell beendet. ES ZÄHLTE SCHLIESSLICH AB DA JEDE SEKUNDE!!!!
Wie ich es genau geschafft habe, tatsächlich pünktlich um 9 bei Julia zu sein, weiß ich nicht mehr so genau, aber ich hab's hinbekommen!!! Mir ist sogar auf dem Weg zu Julia nichts eingefallen, was ich vergessen haben könnte.... *grins*
Nachdem wir dann zum Flughafen gebracht wurden, waren wir da natürlich viel zu früh! Das war ja soo klar... und dafür der ganze Stess... :(
Wir waren aber froh drum, denn die Zeit, die am Check-In für den Flug angegeben war, war nämlich 11:05 statt für 11:45. Nachdem wir jedoch am Gate waren, hat es bis mindestens halb 1 gedauert, bis der Flug überhaupt aufgerufen wurde.... *grrrrr*
Die Zwischenzeit haben wir uns bei einem Dunkin’ Donuts vertrieben. Irgendwann gelangte ich dabei zu der Erkenntnis, dass ich leider doch etwas vergessen hatte: MEINE DIGITALKAMERA!!!! Und bei Julias war leider auch schon der Akku schwach... :(
Wär ja auch zu schön, wenn mal tatsächlich alles glatt gegangen wäre...
Wir haben uns über unser Unglück dann mit Café, heißer Schokolade und leckeren Donuts hinweggetröstet ;)
Irgendwann am späten Nachmittag war's dann endlich soweit: Ich war wieder in Buenos Aires!!! :-)
Es war echt unglaublich, wie viele déjà-vu's ich bereits am Flughafen hatte. Die Check-In-Halle mit den Telefonzellen und dem Lufthansa-Schalter hatte ich noch exakt im Kopf. Außerdem hörte ich wieder das vertraue "sch" statt dem normalen, spanischen "j" für "ll" (z.B. "aschá" statt "ajá" für das Wort "allá"). In der Sprachschule war mir das damals auch eingetrichtert worden, und seitdem versuche ich es verzweifelt wieder aus meinem Spanisch herauszubekommen... ;)
Als wir dann endlich in unserem Hostel waren, gingen die Probleme wieder los. Wir hatten am Tag zuvor das Hostel per Internet (sogar incl. Anzahlung) gebucht, aber aus irgendeinem Grund waren sie schon für Freitag voll belegt. Sie haben uns dann vorgeschlagen uns die erste Nacht im Nachbar-Hostel in einem Doppelzimmer unterzubringen, wobei sie die Mehrkosten übernehmen. Wir müssten also bloß unseren eigentlichen Übernachtungspreis zahlen und könnten die erste Nacht in einem Doppelzimmer schlafen. Na, da sagt man doch nicht Nein!!! *grins*
(Zu diesem Zeitpunkt haben wir noch nicht geahnt, wie sehr wir das noch bereuen würden.... )
Nachdem das mit der Übernachtung also geregelt und unser Zeug im anderen Hostel untergebracht war, sind wir in die Stadt zu einer ersten kleinen Stadtbesichtigung :)
Danach gings zu Mathias, einem Deutschen, der bei meinem ersten Buenos-Aires-Aufenthalt im gleichen Haus wie ich gewohnt hat und seit November wieder dort ist. Per Email hatte ich bereits Bescheid gesagt, dass ich das Wochenende wiederkommen würde, aber genaueres hatten wir natürlich noch nicht ausgemacht. Außerdem hatte ich leider seine argentinische Handy-Nummer von damals mit seiner deutschen überspeichert, so dass ich ihn leider auch nicht einfach mal anrufen konnte. Also sind wir einfach mal zu ihm gefahren um zu schauen, ob er denn da ist und dann eben etwas ausmachen.
Gerade 5 Minuten, bevor er weg wollte, haben wir ihn noch erwischt. Und sein Gesicht, als wir vor der Türe standen, war echt sehenswert ;)
Zum Abendessen gings dann nach Palermo, dem "Künstlerviertel", wo man super-gut was trinken und essen gehen kann. Inzwischen hatte es leicht zu nieseln begonnen... :( Aber das war klar.... 3 Wochen war in Santiago immer ein hammergeiles Wetter gewesen, dass wir das selbstverständlich für Buenos Aires auch angenommen hatten. Aus diesem Grund bestand unsere Wetter-festeste Kleidung aus einer Kapuzen-Sweat-Jacke bei Julia und einer Jeans-Jacke bei mir. Nicht gerade wasserdicht... ;)
Wir sind dann schnell in ein schönes Restaurant gegangen. Ganz stilecht haben wir uns dann eine Paella mit passendem Rotwein bestellt! ;) Wow, war das Essen gut... Echt der Hammer! Zum Nachtisch gabs dann einen super-leckeren Pfannkuchen mit Dulce de leche, einer argentinischen Karamell-Creme.... *grins* (Bei meinem ersten Aufenthalt in Buenos Aires bin ich nämlich nach dieser Creme fast süchtig geworden ;) Einfach gigantisch gut!!!
Als wir dann das Restaurant mit schön vollgefressenem Magen verlassen wollten, kam die böse Überraschung: ES REGNETE IN STRÖMEN!!! Wie könnte es auch anders sein... Ich hatte ja erst zwei Tage zuvor meine Haare wieder dunkel gefärbt, meine Jeans-Jacke OHNE KAPUZE war alles andere als wasserdicht und weit und breit kein Regenschrim in Sicht...
Aber für was einen Verdauungsspaziergang, wenn man auch einen Verdauungsrennen machen kann!!! Das haben Julia und ich dann nämlich zur nächsten Bushaltestelle veranstaltet! ;)
Dort waren leider die Unterstell-Möglichkeiten alles andere als rosig. Zu zweit haben wir uns dann in einen Hauseingang gekauert, mehr schlecht als recht vor Regen geschützt...
Jaaa, dort waren wir dann... und es regnete und regnete.....
Und der Bus kam und kam nicht...
Irgendwann marschierte dann einer mit Regenschirm vorbei. Julia und ich blickten ihm total neidisch nach, und was macht der Mensch da? Er kauert sich in den nächsten Hauseingang!!! Hey, wozu hat der Mensch einen REGENSCHIRM?!?!?!
Naja, man muss ja nicht alles verstehen hier.... ;)
Irgendwann nach einer ganzen Ewigkeit kam der Bus dann endlich! *freu*
Und was macht Anita natürlich als erstes? Mitten in die Pfütze rein!!! Keine Sorge, ich lasse hier kein Fettnäpfchen aus, manchmal leider auch zu wortwörtlich! ;)
Endlich waren wir dann im Bus! Mit einmal umsteigen haben wir es dann sogar bis zu unserem Hostel geschafft, mehr rennend als laufend ;)
In Argentinien sind die Häuser übrigens ganz schlau konzipiert. Egal wo man wohnt, man landet garantiert irgendwann in einem "Gang", der eigentlich ein Innenhof oder ein Balkon ist, also im Freien ist!
Und bei unserem Zimmer war das natürlich der Fall! Die einzige Zimmertür, die wir hatten führte ins Freie, und da regnete es nach wie vor in Strömen!!!
Nachdem wir uns dann endlich in unser Zimmer gerettet hatten, war erstmal duschen angesagt. So, wie wir aussahen, musste das einfach sein ;) Also gings durch den Regen in die Dusche und wieder zurück... Inzwischen wurde der Regen Gott sei Dank immer leichter, so dass das nicht mehr allzu schlimm war.
Nachdem wir uns erholt und wieder vollständig restauriert hatten (es war dann schon 2 Uhr ;), für Südamerika genau die richtige Zeit zum weggehen! *g* ), gings dann endlich los!!!
Mit dem Taxi sind wir ins "Maluco Beleza", einer brasilianischen Diskothek, die ich schon von meinem ersten Aufenthalt kannte. Und es war der Hammer!!!! Wir haben durchgetanzt bis um 7 Uhr in der Früh!!
Auf unserem Rückweg von der Diskothek sind wir dann (wie es hier üblich ist ;) erstmal frühstücken gegangen! Und ich muss sagen, so ein Submarino (heiße Milch mit Schokolade) und frisch gebackene Medialunes (Hörnchen) am Morgen haben was :-)
Danach wollten wir in unser Hostel zurück, noch ein zweites Mal frühstücken (Man gönnt sich ja sonst nichts ;), gemütlich auschecken, ins andere Hostel und uns dann endlich schlafen legen. Tja, das war der Plan....
Bis ins andere Hostel haben wir es auch geschafft, aber dann kam die böse Überraschung: Vor zwei Uhr könne wir auf keinen Fall in unsere Betten!!! Aber wir könnten ja in der Zwischenzeit frühstücken....
Hmmm, vollkommen erledigt gings dann also zu unserem 3. Frühstück an diesem Morgen.... Die restliche Wartezeit haben wir mit Internet und Reiseplanung totgeschlagen, wobei Julia am Tisch mehrmals am wegknicken war.....
Irgendwann, so um 12 Uhr, haben wir uns dann vor unser zukünftiges Zimmer gesetzt um dort zu warten, bis die endlich fertig damit waren. Und um 2 Uhr war's dann endlich soweit: Wir konnten in unsere Betten!!! Nach über 30 Stunden wach sein war das auch überfällig...
Irgendwann um 7 sind wir dann wieder aufgestanden, um - na, wer ahnt es... ;) - essen zu gehen! *g* Wir sind aber nicht weit weg, bloß ein paar Ecken weiter, um Empanadas zu essen. (In Argentinien sind die nämlich viel leckerer als in Chile!!! - Außer es handelt sich natürlich um Garnelen-Empanadas.... ;)
Als wir damit fertig waren, haben wir Mathias getroffen und sind zusammen nach San Telmo zum Plaza Dorrego gegangen. Dort haben wir uns ein schönes Plätzchen draußen gesucht (Das Wetter war nämlich wieder fantastisch! :) und gemütlich was getrunken.
Aber damit kann ein Abend bzw. eine Nacht in Buenos Aires natürlich noch nicht zu Ende sein! ;) Danach sind wir in den Club Museum, der ganz in der Nähe von unserem Hostel war. Den kannte ich vorher noch nicht, hatte aber schon von ihm gehört. Aber im Vergleich zur brasilianischen Diskothek am Tag davor war das der absolute Reinfall!!!
Der Club war überfüllt von Ausländern (Leicht daran zu erkennen, dass 50% der Leute größer als 1,70m waren und wir nicht mehr aus der Menge herausgeragt sind ;) , und die Musik war auch bei weitem nicht so gut wie sonst. Wir sind dann schon ziemlich früh (so um halb 6 ;) wieder in unser Hostel zurück für unsere wohlverdiente Nachtruhe... ;)
Apropos wohlverdiente Nachtruhe....
Wir schliefen ja jetzt nicht mehr in einem Doppelzimmer, was wir einen Tag zuvor gehabt hätten, sondern in einem 8er-Zimmer mit 4 Stockbetten. Julia und ich hatten eins davon, Julia unten und ich oben. Diese Betten waren aus Metall, so dass sie immer richtig schön gequietscht haben, wenn man sich auch nur irgendwie bewegt hat. Und bei einer aufwendigeren Aktion wie beispielsweise umdrehen geriet dann das ganze Ding richtig ins Wanken...
Zurück zu unserer wohlverdienten Nachtruhe... Irgendwann bin ich nämlich langsam davon wach geworden, dass eben irgendwas in unserem Zimmer vehement gequietscht hat. Und verhältnismäßig gleichmäßig....
Total verschlafen hebe ich den Kopf.... UND WAS SEHE ICH DA: Ein nackter Männerhintern bearbeitet irgendeine Tussi!!!! UND DAS GANZE VIELLEICHT EIN METER VON MEINEM KOPF ENTFERNT!!! Na, Anita, gratuliere!! Jackpot gezogen....
Und wie gesagt, ich habe im oberen Bett geschlafen........
Ich habe dann mal einen Blick zu Julia hinunter geworfen, aber die schlief ruhig und friedlich... Beneidenswert! Dann noch ein kurzer Blick durchs Zimmer, alle Betten waren belegt....
Da lag ich nun, und neben mir ging die Post ab... War ja nicht so, dass sie sich irgendwie zusammengerissen hätte, nein, sie hat eine richtige Show für uns alle abgezogen. Irgendwann habe ich mich aber dann doch von dem rhythmischen Gequietsche wieder in den Schlaf wiegen lassen ;) Dass nämlich der erste aus unserem Zimmer aufgestanden ist (Da waren die angeblich noch richtig dabei), hab ich gar nicht mehr mitbekommen...
Halbwegs ausgeschlafen ging also dann der nächste Tag los ;)
Wir sind nach La Boca und danach nach San Telmo, um die Tango-Show auf dem Plaza Dorrego anzusehen, die dort jeden Sonntag stattfindet. Abends gings dann zum Puerto madero super-lecker essen! (Was sonst ;)
In dieser Nacht geschah dann (Gott sei Dank) nichts aufregendes mehr ;)
Am Montag gings dann natürlich noch zum Shoppen :), und dann eh schon das Taxi um uns zum Flughafen zurückzufahren. Auf dem Weg hatte der Taxifahrer aber bedenklich oft den Kopf bei uns hinten anstatt auf die Straße zu schauen! Er versuchte uns nämlich die ganze Zeit in den höchsten Tönen die argentinischen Männer anzupreisen, die ja viel besser wären als die Chilenen. Dabei geriet das Taxi dann doch das ein oder andere Mal ein klein wenig von der Spur.... Aber wir kamen trotzdem heil am Flughafen an! :)
Nachdem Check-In und Flughafen-Taxe erledigt war, haben wir noch schnell unsere Postkarten geschrieben. Ist vielleicht doch besser, wenn Buenos-Aires-Postkarten mit einem Buenos-Aires-Stempel kommen ;) Bei einem Blick auf die Abflugstafel kamen dann noch einmal kurz nostalgische Gefühle bei mir auf. Mein Lufthansa-Rückflug von damals nach Frankfurt war nämlich auch aufgeführt...
Aber jetzt gings ja "heim" nach Santiago ;)
Der Flug verlief relativ ereignislos, bis auf dass ich Lebensmittel nach Chile geschmuggelt hatte. :-) Ich kann ja Argentinien nicht verlassen ohne Alfajores mitzunehmen!!! (Süßigkeiten mit Dulce de leche :-)
Am Flughafen in Santiago angekommen gings dann wieder durch die Passkontrolle, diesmal schon viel sicherer in unserem Spanisch! So wirklich überzeugt haben wir den Flughafen-Menschen mit unserem sprachlichen Fähigkeiten zwar nicht wirklich, aber wenn der wüsste, wie wir uns vor 3 Wochen angestellt haben!!! ;)
Nach der Gepäck-Kontrolle (Die Alfajores sind nicht entdeckt worden *g*) ging dann der eigentliche Stress für mich los: Wo war mein Geldbeutel mit meinem chilenischen Geld??? Das hatte ich nämlich in einem anderen Geldbeutel als mein argentinisches Geld im Rucksack verstaut. Aber dieser Geldbeutel war unauffindbar!!!!
In einer Tasche habe ich dann noch etwas chilenisches Geld gefunden, so dass ich immerhin meinen Rücktransport damit zahlen konnte!
Doch die Probleme gingen weiter: Der Fahrer verkündet mir freudestrahlend, dass er mich jetzt dann gleich nach Hause bringt, danach dann die anderen. Ich wundere mich schon etwas, denn Julia wohnt doch eigentlich mehr auf dem Weg als ich....
Irgendwann kam dann seitlich eine Metro-Station, die ich kannte, und DIE WAR GANZ UND GAR NICHT IN MEINER NÄHE!!! Ich beuge mich also zu dem Fahrer vor, um ihm zu erklären, wo ich denn wohne. Aber als ich mit meiner Beschreibung fertig war, hat er mich nur kopfschüttelnd angeschaut. Also noch einen zweiten Versuch starten.... Aber irgendwie wollte er mir immer noch nicht so recht glauben. Irgendwann hat er dann aufgegeben und "sisi" gemeint, nachdem ich ihm diesmal wirklich haarklein erklärt hatte, dass ich auf der OST-Seite der Pio Nono wohne und nicht auf der WEST-Seite, auf die er die ganze Zeit zusteuert. Doch es kam, wie es kommen musste. Er fuhr auf die West-Seite.......
In Santiago sind die meisten Straßen Einbandstraßen, so dass man auch nicht einfach mal umdrehen kann.
Nachdem ich ihm jetzt NOCH EINMAL erklärt hatte, dass ich auf der anderen Seite wohne und auch zu Fuß laufen kann, da er ja schlecht die Einbandstraße in der falschen Richtung fahren kann, dämmert ihm scheins irgendwas und er fragt mich, ob meine Hausnummer 547 denn drei oder vier Ziffern hätte... Ein bisschen verwirrt antwortete ich, dass sie tatsächlich vier Ziffern hat, aber "547" und "0547" ist doch die gleiche Hausnummer (meiner Meinung nach....)
Tja, aber wir befinden uns nunmal in Südamerika, wo nicht alles ein unbedingt durchdachtes System hat...
Der Fahrer hat mich dann ziemlich frustriert zusammengestaucht, dass ich das ihm hätte sagen müssen, denn diese "0" davor bedeutet, dass es sich auf der Ost-Seite befindet und ohne "0" auf der West-Seite!
*grrrrrr* Erstens: Ich hatte ihm schon einige Male gesagt, dass ich im Osten wohne!!!
Zweitens: Ich bin Ausländer!!! Woher soll denn ich wissen, dass es da einen Unterschied gibt!!!!!!!
Kurze Erklärung zum Straßensystem in Santiago (nach neuestem Erkenntnisstand ;): Das "Zentrum", von dem alle Straßennummern aus gezählt werden, ist Baquedano bzw. Plaza Italia, im Norden davon die Straße Pio Nono. Wenn jetzt eine Straße sowohl links als auch rechts vom Baquedano bzw. der Pio Nono verläuft, existieren also alle Hausnummern zweimal, mit dem Unterschied, dass die auf der Ost-Seite noch eine "0" vorne dran haben....´
Tja, sowas kann man meiner Meinung nach nicht ahnen.... Was mich nur im Nachhinein wundert, dass ich mit dieser Adresse in den drei Wochen zuvor noch nie Probleme hatte. Und ich habe die Taxifahrer immer nach "547" ohne "0" geschickt....
Nachdem also endlich geklärt war, dass ich tatsächlich da wohne, wo ich ihm versucht habe die ganze Zeit zu erklären, hat er doch die anderen als erstes nach Hause gefahren und irgendwann dann endlich auch mich...
Daheim angekommen ging dann die Suche nach meinem Geldbeutel los! Und ich habe ihn nicht gefunden!!! Das war ja soo klar... :( Drei Wochen da, und schon ist der Geldbeutel weg....
Danach war dann erstmal Schadensbegrenzung angesagt...













1 Kommentar:
Hallo.
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